„Ich möchte mein Taschengeld“,sagt ein 65jähriger Mann mit geistiger Behinderung zu seinem Betreuer. „Du meinst, deinen persönlichen Barbetrag.“ entgegnet dieser. „Nein, ich meine mein Taschengeld“.

Dieses Beispiel aus der Praxis in besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderung macht deutlich, inwieweit sich sowohl Sprache als auch Haltung in der Eingliederungshilfe verändert hat. Statt eines „Taschengeldes“, welches man eher mit Kindern und Jugendlichen assoziiert, bekommen Menschen mit Behinderung eben einen persönlichen Barbetrag, über den sie selbstbestimmt verfügen.

Im vierten Schwerpunkttag der Fachschule für Heilerziehungspflege am 15.03.2021 ging es um das BTHG, denn die veränderte Haltung wird in diesem Gesetz u. a. durch eine veränderte Leistungserbringung gefordert.

Der Schwerpunkttag knüpft an die UN-Behindertenrechtskonvention (s. SPT v. 03.03.21) und den BEI_NRW (SPT v. 10.03.21) an, stellt die schrittweise Einführung des BTHG dar und zeigt auf, welche Konsequenzen dies für die Arbeit der zukünftigen Heilerziehungspfleger*innen hat.

Als Dozenten durften wir diesmal Peter Berger (stellv. Einrichtungsleiter) und Holger Feige (Abteilungsleiter Besondere Wohnformen) von der Grafschafter Diakonie begrüßen.

„Früher“ so H. Feige, „gab es Wohnheime. Heute leben Menschen mit Behinderung in sog. Besonderen Wohnformen und mieten dort einen Wohnbereich. Das Geld dafür bekommen Sie z. B. vom Sozialamt und überweisen diese Miete dann z. B. an den Wittfeld-Wohnverbund, in dem sie leben.“

Die Dozenten betonen, dass die Bewohner*innen mit Behinderung dadurch Kunden werden, welche sich eine Wohnung oder eine Dienstleistung einkaufen“. Diese Sichtweise wird die Arbeit in den nächsten Jahren sicher weiter prägen und entsprechend verändern.

Wir danken der Grafschafter Diakonie und im Besonderen Herrn Berger und Herrn Feige für diese Veranstaltung.