„Ich behindere keine Menschen“. Die Aussage eines Berufspraktikanten der Fachschule für Heilerziehungspflege während des Schwerpunkttages „Behinderung aus der Menschenrechtsperspektive“ am 03.03.2021 war eine Reaktion auf den Terminus „Menschen, die behindert werden“ der Referentin Prof. Dr. Katja Neuhoff der Hochschule Düsseldorf (Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften).

Dass der sprachsensible Umgang mit Begriffen die Sicht auf die Welt verändern kann, wurde damit eindrucksvoll belegt. Im Rahmen des vierstündigen Online-Workshops führte Prof. Neuhoff in zentrale Begriffe der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Neben Würde und Partizipation wurde in besonderer Weise am Begriff der Inklusion deutlich, an welchen Stellen diese Forderung in der Gegenwart z. B. in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung in speziellen Werkstätten für eben nur Menschen mit Behinderung noch weiterer Umsetzung bedarf.

 

 

Am Ende blieben noch viele Fragen. Dies kann als ein Erfolg der Veranstaltung gewertet werden, denn entscheidend ist, so Neuhoff, dass wir im Diskurs bleiben und uns immer wieder die Frage stellen, ob das, was in Konventionen steht auch wirklich beim Menschen ankommt.

Nach der Veranstaltung war klar, dass Heilerziehungspfleger*innen keine Menschen „behindern“, im Gegenteil, aber Teil einer Gesellschaft sind, in der Menschen mit Behinderung noch nicht vollständig partizipieren.