Wenn Regisseur Frederik Göke und Kameramann Andrei Turcan zu einem neuen Schuljahr das HGB betreten, ist eines sicher: Sie möchten Ideen mit Schülerinnen und Schülern umsetzen und einen neuen Film drehen, der einiges an Überraschungenmit sich bringt. Doch wohin genau soll die Reise diesmal gehen?

„Was uns bewegtˮ heißt das Projekt, dass wie in den letzten zwei Jahren durch die Maßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Kultur macht starkˮ und den Bündnispartnern SCI:Moers, dem HGB und dem Kulturbüro der Stadt Moers realisiert wird.

Sechs Schülerinnen und Schüler aus der Internationalen Förderklasse und der Ausbildungsvorbereitung waren bereit, sich der neuen Aufgabe zu stellen: Einen Filmzu drehen! Sie fragten sich, was sie bewegtund sammelten Themen– viele Themen, große Themen, problematische und angstbesetzte Themen. Fast 50 übermächtige Schlagworte kamen zusammen. Am Ende wurde deutlich, was sie vielleicht am meisten bewegt: Rassismus, Liebe, Tierquälerei, Klimawandel, Polizei, System... und, ach ja – Corona.

Stille. Ohnmachtmachte sich breit: „Wie wollen wir das denn angehen?ˮ Der Regisseur versuchte zu steuern: „Gebt den dicken Brocken Symbole, macht es bildhaft.” Doch die Ohnmacht saß tief und Frederik Göke scheiterte zunächst mit seinem Appell, bis Iseah aus der Ausbildungsvorbereitung das Befreiende für alle sagte: „Leute, bei all diesen Dingen brauchen wir etwas Positives, einen hoffnungsvollen Ausblick, denn die Welt ist doch schön, in der wir leben.” Frederik Göke nickte: „Das kriegen wir hin!”

Die erste Message war gemeinsam beschlossene Sache: Hinter jedem Übel steht etwas Gutes!Frederik Göke und Andrei Turcan kannten jetzt den Plan der Umsetzung: Das Stilmittel wird der Raum – wir schaffen eine abstrakte Umgebung und begeben uns in einen abgelegenen Kellerraum des HGBs und füllen die Themen, die Ängste, die Ohnmacht und die Hoffnung mit viel Lebendigkeit.

Die Lebendigkeitblieb jedoch nach außen hin betrachtet erst einmal verborgen, da der Raum komplett mit schwarzen Plastiktüten ausgeschmückt wurde. Nicht nur die Dunkelheit und die Leere des Raumes waren erdrückend, auch die vielen aufgebauten Lichtquellen wirkten befremdlich. Eine Lehrerin, die zufällig den Kellerraum betrat, war verblüfft: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das für ein Film wird.ˮ

Für die Schülerinnen und Schüler wurde die Umsetzung ihrer Ideen jedoch immer deutlicher. Mit viel Energie füllten sie den Film mit Leben, bekamen einen emotionalen Zugang zu ihren großen Themen und stellten zum Ende hin fest: Eine schöne Zukunft geht nur gemeinsam und zusammen.

Die Fertigstellung des Films ist Mitte 2021 zu erwarten. Die Filmpremiere wird, wenn dies möglich ist, wieder im Atlantic Kino Moers stattfinden.